Hecht Fischlexikon

Der Hecht ist ein Raubfisch und in Deutschland heimisch. Er gehört hierzulande zu den am meist beangelten Fischarten und sorgt damit für zuverlässige Umsätze bei den Angelgeschäften.

Hecht Steckbrief

  • Name: Hecht (Esox lucius)
  • Englisch: Northern pike, Pike
  • Vorkommen: Europa, Nordamerika und Russland
  • Lebensraum: Nah am Ufer oder im Freiwasser
  • Durchschnittslänge: 50 – 80 cm
  • Max. Größe/ Gewicht: 150 cm/ 25 kg
  • Gefährdung: Nicht gefährdet

[the_ad id=“3041″]

1. Merkmale

Die Zähne des Hechtes sind deutlich zu erkennen

Allein am Körper des Hechts lässt sich selbst mit einem unerfahrenen Auge erkennen, dass es sich bei diesem Fisch um einen Räuber handeln muss. Die sogenannte langgestrecke pfeilförmige Körperform hilft ihm bei seiner Jagd, blitzartige Attacken auf seine Beute zu machen. Der Kopf ist im Vergleich zu anderen heimischen Fischarten relativ lang und das schnabelartige Hechtmaul beherbergt ca. 700 Zähne, die nach hinten geneigt sind, damit die Beute zuverlässig gefasst werden kann und somit nicht entwischt. Die Zähne sind aber nicht dazu geeignet, den Beutefisch in kleine Häppchen zu zerteilen, der Hecht frisst seine Beute nämlich im Ganzen.

Der Hecht Körperbau sieht wie folgt aus: Die Rückenflosse befindet sich sehr weit hinten und anders als bei den barschartigen Fischen ist die Bauchflosse Bauchständig und somit nicht direkt unter, sondern hinter der Brust- und vor der Afterflosse am Bauch.

1.1 Hecht Größe Gewicht

Bei den Hechten werden die Rogner (weibliche geschlechtsreife Fische), wie bei den meisten heimischen Fischarten, größer als die Milchner (männliche geschlechtsreife Fische).

Der größte Hecht der Welt und damit auch der Hecht Weltrekord liegt laut Fisch und Fang bei 140cm und 25,3 Kg bzw. 55,78 Pfund. Diese Größe ist aber definitiv die Ausnahme als die Regel. Selbst ein Hecht mit der magischen Marke von einem Meter Länge ist noch sehr selten. Der Durchschnitt ist relativ schwer zu bemessen, da der Esox sein ganzes Leben lang wächst. Ein Leben lang heißt bis zu ca. 15 Jahre.

Das Gewicht und die Länge des Hechtes hängen auch von seinem Lebensraum ab. Beispielweise werden diese Raubfische am Bodden im Vergleich zu einem kleinen See deutlich schneller größer und schwerer, da dort das Angebot an Beutefischen sehr hoch ist. Ein Meterhecht ist am Bodden daher auch prozentual gesehen wahrscheinlicher zu fangen.

Da ein Maßband deutlich häufiger als eine Waage in der Angeltasche zu finden ist, das Alter und das Gewicht eines gefangenen Fisches aber dennoch interessant ist, gibt es Hecht Länge Gewicht Tabellen.

Hecht Länge Gewicht Tabelle
LängeGewichtAlter
16 cm41 g1 Jahr
30 cm270 g2 Jahre
42 cm741 g3 Jahre
54 cm1575 g4 Jahre
63 cm2500 g5 Jahre
74 cm4052 g6 Jahre
78 cm4746 g7 Jahre
85 cm6141 g8 Jahre
90 cm7290 g9 Jahre
114 cm14815 g10 Jahre
120 cm17280 g11 Jahre
127 cm 20484 g12 Jahre

Das Gewicht hängt allerdings von dem sogenannten Korpulenzfaktor ab. Dieser beschreibt den Ernährungszustand eines Fisches und wird berechnet, indem die Fischlänge ins Verhältnis zum Gewicht gesetzt wird. (100 x Gewicht [in g]) / Länge³ [in cm]. Bei einem normal gewachsenen Hecht liegt der Faktor bei 0,6 – 1,1. Ein 60 cm Hecht hätte demnach ein Gewicht zwischen 1,3 kg – 2,4 kg.

2. Lebensraum

Der Lebensraum des Hechts ist gewöhnlich das Süßgewässer und er kommt dementsprechend häufig in Seen vor. Er ist jedoch auch in Flüssen und sogar im Brackwasser wie bspw. am Bodden anzutreffen. Häufig hält dieser standorttreue Raubfisch sich in Ufernähe bei den Beutefischen auf und wartet bis diese vorbeiziehen, um dann blitzartig angreifen zu können. Häufig steht er dabei gut getarnt zwischen Wasserpflanzen oder versunkenen Bäumen. Junge Hechte wurden bspw. bei Forschungen im oberen Mississippi Fluss 10 mal häufiger in bewachsenen Gebieten als in umbewachsenen Gebieten angetroffen.

In größeren Seen stehen große Exemplare auch im Freiwasser wo wenig Vegetation zu finden ist sowie der Sauerstoffgehalt hoch ist und lauern dort auf ihre Beute, meist größere Fische. Sie jagen meist alleine und somit hat jeder Hecht seinen eigenen Platz im See, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, den selben Fisch an der selben Stelle an unterschiedlichen Tagen zu fangen.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordamerika über fast ganz Europa bis nach Russland. Durch den Klimawandel verursachte höheren Wassertemperaturen schaden den großen Hechten allerdings, da durch höhere Wassertemperaturen die Vegetation im Wasser steigt und der Sauerstoffgehalt sinkt, weshalb die großen Hechte zukünftig vielleicht nicht nur noch in den kühleren nördlichen Gebieten zu finden sind.

In diesem Video ist sehr gut zu sehen, wo der Hecht stehen kann.

3. Ernährung

Was frisst der Hecht? Da ist er nicht sehr wählerisch. Es wird eigentlich jeder Seebewohner gefressen, der sich in seine Nähe wagt, selbst kleinere Artgenossen und Wasservögel sowie kleinere Säugetiere, die im Wasser schwimmen. Im Brackwasser ernährt sich der Hecht auch von Meeresfischen wie Heringen oder Meerforellen und wird auch besonders schnell groß und kräftig. Er frisst seine Beutefische aber immer am Stück und mit dem Kopf voran.

In den warmen Monaten raubt er häufig morgens oder abends in der Dämmerung und legt in der Mittagssonne eine Pause ein. Im Winter wird er meist mittags aktiver, geht dort aber nur für kurze Zeit auf die Jagd um Kraft zu sparen. Dabei werden meist die größeren Beutefische anvisiert.

4. Vermehrung

Die Laichzeit der Hechte hängt von der Wassertemperatur ab und ist daher in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier findest Du die Schonzeit für Hechte in Deutschland. Die Spanne liegt zwischen Februar und Mai.

Zur Fortpflanzung wird der Laich von dem Weibchen an Unterwasserpflanzen, an Ästen von gesunkenen Bäumen oder an Wurzeln angeheftet. Dabei entwickelt der Rogner ca. 40.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht. Im ersten Jahr kann das Jungtier bis zu 15 cm groß werden. Die optimale Wassertemperatur für das Wachstum liegen bei 22-23 grad. Interessant ist, dass die Körpergröße mit der Tiefe des Standes korreliert. Das heißt, dass junge Hechte mit zunehmender Größe immer tiefer stehen.

5. Angelmethode

Der Hecht wurde beim Spinnfischen gehakt

Da der Hecht ein Raubfisch ist, lässt er sich am besten Fangen, wenn man seine Beute imitiert. Diese hängt aber vom Gewässer und von der Jahreszeit ab und lässt sich so nicht pauschalisieren. Im Grunde gibt es aber zwei unterschiedliche Methoden einen Hecht zu fangen: Mit Kunstködern oder mit Köderfischen.

Bei den Kunstködern gibt es inzwischen eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Arten vom Wobbler bis hin zum Oberflächenköder. Immer beliebter werden die Gummifische, die über den Grund gejiggt werden und meist nur mit einem Einzelhaken bestückt sind. Je nach Größe des Gummifisches kann auch ein Drilling am Ende befestigt werden, damit der Hecht den Schwanz nicht einfach abbeißt ohne am Haken zu hängen. Was aber alle Kunstköder verbindet ist das aktive Angeln, d.h. dass der Kunstköder immer wieder ausgeworfen und stetig eingeholt wird.

Das Köderfischangeln gehört zur ältesten Disziplin beim Hechtangeln. Früher wurden die Köderfische noch lebend präsentiert. Heutzutage ist es in Deutschland aus guten Gründen nicht mehr erlaubt und es werden bei Missachtung hohe Geldstrafen ausgesprochen. Hierbei wird der tote Köderfisch entweder kurz über dem Grund oder ca. 1,00 m unter der Wasseroberfläche mit einer Pose angeboten. Ist der Köder an seinem Platz, heißt es nun abwarten bis der Hecht beißt oder der Köder durch die Strömung zu weit abgedriftet ist. In dem Fall wird wieder ausgeworfen und das Spiel beginnt von vorn.

Wann der Hecht am besten beißt lässt sich aber nicht so einfach beantworten. Je nach Gewässer bevorzugen die Hechte die schnellen Kunstköder oder auch die langsamen Köderfische. Alte und somit erfahrene Hechte lassen sich allerdings in dem meisten Fällen nicht mehr so einfach täuschen.

Das Angelgerät besteht entweder aus einer Spinnrute mit einer Stationärrolle oder aus einer Baitcast Rute und einer Baitcaster oder Multirolle. Wurfgewichte fangen meist beim leichteren Angeln bei 15g an und gehen auch gerne bis 150g und auch mehr. Je höher das Wurfgewicht ist, desto größer Köder können ausgeworfen und auch hoffentlich größere Hechte gefangen werden. Die Ausnahme bestätigt aber auch hier die Regel. Es wurden auch schon sehr kapitale Hechte mit kleinen Ködern und Ruten gefangen.

Als Schnur wird in den meisten Fällen eine geflochtene Schnur oder immer häufiger die Fluorocarbon Schnur eingesetzt, da das Hechtmaul sehr hart ist und die Anschläge präzise kommen müssen, die mit diesen dehnungsarmen Schnüren möglich sind. Monofile Schnüre werden allerdings auch eingesetzt, und zwar häufig beim Ansitzen mit einem Köderfisch. Als Vorfach wird entweder eins aus Stahl oder aus Fluorocarbon eingesetzt.

6. Speisefisch

Nicht nur der Zander ist ein leckerer heimischer Raubfisch. Der Hecht ist auch ein sehr beliebter Speisefisch und wird oftmals zum Verspeisen geangelt. Hierbei gibt es natürlich viele unterschiedliche Rezepte. Sehr verbreitet ist es, den Hecht auszunehmen, mit Gemüse zu stopfen, in Alufolie einzuwickeln und als ganzes in den Ofen zu schieben. Oder auch ganz klassisch als Fischfrikadelle. Das Fleisch ist recht trocken, da der Fettgehalt aufgrund des starken Körpers sehr gering ist. Daher ist auch das Fleisch nicht einfach ganz von den „Y-Gräten“ zu lösen, da gehört ein wenig Arbeit zu.

Quellen:

  • Casselman, John M. and Cheryl A. Lewis. “Habitat requirements of northern pike (Essox lucius).” (1996).
  • Baur, Werner und Rapp, Jörg. “Gesunde Fische. Praktische Anöleitung zum Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Fischkrankheiten“ (1988).